Rechtsextreme Verstrickungen des RFS Teil 2: Christopher Mengersen – Hitlerfan und FPÖ-Wahlkämpfer

Nachdem wir vergangene Woche die Neonazi-Kontakte des Obmannes des „Rings Freiheitlicher Studierender“ (RFS) Markus Ripfl in den Fokus genommen haben, ist in Teil II der RFS-Geschäftsführer Christopher Mengersen an der Reihe. Vorweg: Er steht Markus Ripfl hinsichtlich rechtsextremen Kontakten und Gesinnung um nichts nach.

Mengersen ist erst seit ca. 8 Monaten in Wien und hat hier einen Blitzstart hingelegt. Er pflegt gute Kontakte in viele Bereiche des deutschsprachigen Rechtsextremismus und hat es in Wien offenbar auf einen Posten bei der FPÖ abgesehen. Bevor wir uns aber seinen Aktivitäten in Wien widmen, sehen wir uns seine Politisierung an: Weiterlesen

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Rechtsextreme Verstrickungen des RFS: Teil I Markus Ripfl – RFS-Obmann mit Neonazi-Connection

Wie versprochen melden wir uns mit neuem Content zurück: In einer kleinen Reihe wollen wir zentrale Akteur*innen des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) näher beleuchten. Insbesondere deren enge Verstrickungen in die neonazistische Szene und zu außerparlamentarischen rechtsextremen Organisationen werden wir in den Fokus rücken. Der RFS rekrutiert sich zu großen Teilen aus deutschnationalen Burschenschaften, mehrere Funktionäre wurden zudem in offen neonazistischen Strukturen politisiert. Aktuell haben sie Anti-Antifa zu ihrem bisher einzigen (Wahlkampf-)Thema für die anstehenden Wahlen zur österreichischen Hochschüler*innenschaft auserkoren und veröffentlichen regelmäßig echte wie falsche Klarnamen linker Aktivist*innen, Lehrender und Künstler*innen sowie Adressen alternativer/subkultureller Räumlichkeiten und Veranstaltungen. Dies steht im Kontext der allgemein starken Zunahme von Anti-Antifa-Arbeit der extremen Rechten. Auch die Traditionalisten von Unwiderstehlich, über deren Personalia wir bereits berichtet haben, das verschwörungstheoretische „info-direkt“ Magazin sowie das Olympia-nahe Blogprojekt „Unser Mitteleuropa“ verbreiteten in letzter Zeit Namen bzw. Daten politischer Gegner*innen. Diese Entwicklung werden wir auch weiterhin nicht unkommentiert lassen.

Teil I unserer Reihe beschäftigt sich mit Markus Ripfl, Landesobmann bzw. laut Vereinsregister(1) Vorsitzender des RFS Wien, seinem Werdegang, sowie aktuellen Verstrickungen in die gewaltbereite Neonaziszene. Weiterlesen

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Wieder online

Liebe Leser*innen!

Wie ihr wahrscheinlich bemerkt habt, war unser Blog einige Wochen offline. Der technische Fehler ist nun aber behoben und in Kürze werden auch die alten Artikel wieder vollständig verfügbar sein. Wer also schon Hoffnungen gehegt hat, uns längerfristig los zu sein: Zu früh gefreut.

Ein kleiner Spoiler: Neuer Content wird alsbald folgen.

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Von PEGIDA bis zur FHB – Erfolglose Organisierungsversuche von rechtsaußen

Nach der Neonazi-Gruppe „Unwiderstehlich“ möchten wir euch heute einen weiteren umtriebigen Zusammenhang der extremen Rechten vorstellen. Es handelt sich hierbei nicht um eine statische Gruppe, sondern vielmehr um einen Kreis Rechtsextremer, der in den letzten Jahren unter verschiedenen Labels versuchte, Fuß zu fassen. Diese Organisierungsversuche waren bisher von Misserfolgen und Spaltung bis zur Bedeutungslosigkeit geprägt und verliefen allesamt eher früher als später im Sand.

Personell handelt es sich bei der Gruppe im Kern um Markus Freisinger, Gerhard Bauer, Christian Arnoth, Siegmund Arnold, Georg Immanuel Nagel.

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Über die Neonazi-Gruppe „Unwiderstehlich“

Als vor ungefähr einem Jahr auf Facebook die erste Seite der „Unwiderstehlichen“ online ging, lag der Schluss nahe, dass es sich wieder um den Versuch handelt, eine rechtsextreme Kleinstgruppe im Stil von PDV (Partei des Volkes) oder FHB (Freie Heimatliche Bewegung) zu etablieren. Mit massig schlechten Designs und zig Facebook-Postings pro Tag decken sich die „besorgten Bürger“ gegenseitig ein. Während PDV und FHB, wenn auch furchtbar dilletantisch, auch „offline“ mit Aktionen oder Kundgebungen den Weg in die Öffentlichkeit suchen, scheint es diesen Anspruch bei den „Unwiderstehlichen“ gar nicht erst zu geben. Man trifft sich zwar regelmäßigen zu via Facebook beworbenen Stammtischen, lässt ein paar Stickersujets drucken, aber einen öffentlich wahrnehmbaren Output gab es bis jetzt scheinbar noch nicht.

Die inhaltliche wie personelle Einordnung der Truppe fällt nicht besonders schwer: Ein Blick auf die veröffentlichten Inhalte genügt:

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Von nichts gewuszt – Ne schlechte Tarnung!

Am 18.8.2016 saßen Isabella Kordas, Dorothee Lindemuth und Kai Rolf Müller wegen Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung vor einem Geschworenengericht am Wiener Landesgericht. Sie bekannten sich alle nicht schuldig.
Im Prozess ließen die 3 Angeklagten immer wieder durchblicken, dass sie mit Neonazismus überhaupt nichts am Hut hätten und verklärten ihre Beteiligung an Neonazi-Partys im Fritz-Stüber-Heim zu geselligen Liederabenden. Die Verhandlung soll am 3. November fortgesetzt werden. Hier ist ein Bericht zum 1. Prozesstag von Stoppt die Rechten.

Mit diesem Beitrag wollen wir klarstellen, dass es sich bei Doro, Rolf und Isi nicht um eine Stefanie Werger-Coverband handelt, sondern um einschlägige Rechtsextreme mit besten Verbindungen zur europäischen Neonazi- und Blood&Honour-Szene.
Um das belegen zu können, mussten wir nicht lang suchen, denn Dorothee Lindemuth und Kai Rolf Müller haben sich Anfang September, während eines Urlaubs in Norditalien, drei Tage Neonazi-Festival gegönnt.
Vom 2.9. bis 4.9. trafen die Beiden sich beim Ritorno a Camelot mit befreundeten Kameraden aus Deutschland und Italien, wie zahlreiche Facebook-Screenshots zeigen.

 

 

 

 

 

 

Ritorno a Camelot wird seit 1991 in unregelmäßigen Abständen von den faschistischen Veneto Fronte Skins veranstaltet und ist eines der wichtigsten Musikereignisse der europäischen Blood&Honour-Szene.
Am Programm standen unter Anderem: Mistreat, A.D.L. 122, Krátky Proces und Sachsonia.
Also ein, von Neonazis organisiertes Neonazi-Musikfestival mit Neonazi-Publikum. Das Doro Lindemuth und Kai Rolf Müller bei diesem Festival anwesend sind und es, nebenbei bemerkt, als einige der schönsten Tage ihres Lebens bezeichnen, ist also keinesfalls dem Zufall geschuldet, sondern liegt einfach daran, dass auch sie Neonazis sind.

“Ritorno a Camelot” ist allerdings nicht die einzige Musikveranstaltung, an der Rolf und Doro zwischen den Verhandlungstagen teilgenommen haben. Sie ließen es sich natürlich nicht nehmen zum Konzert der Neonazi-Band Stahlgewitter am 15.10. in der Nähe von St. Gallen zu fahren. Unter dem Namen “Rocktoberfest” fand Mitte Oktober im Toggenburg (Region in der Schweiz) eines der größten Neonazi-Konzerte der vergangenen Jahre statt. Bis zu 5000 Neonazis haben sich zusammengefunden und unter Sieg Heil-Rufen Stahlgewitter und 3 weitere Acts angefeuert. Die Antifa Bern berichtete.
Mit von der Partie waren natürlich einige Kameraden aus Österreich. Darunter zum Beispiel auch Andreas Linhart, Mihaly Kocsis und eben: Doro&Rolf, wie diese Facebook-Postings nahelegen.

Aber auch sonst lässt ein Blick auf die private Facebook-Seite der beiden keinen Zweifel an ihrer Gesinnung.

Last but not least lässt sich, wie bei vielen Neonazis, auch eine Verbindung zu den Identitären herstellen.
Vor einem Jahr durften Doro und Rolf noch bei Aktionen der Neofaschisten dabei sein, mittlerweile drückt Doro ihre Liebe für die Gruppe nur mehr auf Facebook aus.

Letzter Jahr bei einer Aktion an der Grenze

Letztes Jahr bei einer Aktion an der Grenze

doroib

Doro feiert IB

Eingangs haben wir auch noch von einer dritten Angeklagten im Wiederbetätigungsprozess gesprochen. Das wir uns in diesem Beitrag hauptsächlich auf Doro und Rolf konzentrieren, liegt zum großen Teil daran, dass Isabella Kordas im Gegensatz zu den Beiden in der jüngsten Vergangenheit kaum in Erscheinung getreten ist. Sie verbringt nahezu jeden Tag mit Lohnarbeit und MMA-Training im Gym23, in Liesing. Das ihr Lebensgefährte, Petar Helmer, seit Mitte des Jahres wegen Cannabis-Anbau in der JVA Eisenstadt einsitzt (2 Jahre unbedingt) verlangt ihr noch zusätzliche Ressourcen ab.
Der Großteil ihres FreundInnen-Kreises besteht allerdings noch immer aus Rechtsextremen und auch an ihrer Gesinnung dürfte sich nichts geändert haben. Sie ist einfach weniger aktiv als zu Zeiten des Fritz Stüber-Heims oder des Objekt 21, in denen sie mehrmals als Liedermacherin auftrat und Zeit verbrachte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 3 Angeklagten also keineswegs so harmlos sind, wie sie dem Gericht weiß machen wollen. Am 3. November wird der Prozess gegen sie fortgesetzt, vielleicht hat die Staatsanwaltschaft bis dahin ja ihre Hausaufgaben gemacht.

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„Identitäre Infrastruktur“

Die “Identitären” haben 2016 in den Regionen in denen sie am stärksten vertreten sind ihre Infrastruktur massiv ausgebaut. Die neofaschistische Gruppierung hätte diesen Ausbau niemals ohne die Hilfe der “alten Rechten” geschafft und das zeigt einmal mehr die engen Verbindungen zwischen der vermeintlichen “neuen Rechten” und dem völkisch-nationalistischen Sumpf.

“Machen die jetzt auf CasaPound oder was?!”

Zugegebenermaßen war das unser erster Gedanke, als Anfang des Jahres bekannt wurde, dass in Graz das “erste identitäre Zentrum” eröffnet wurde.
Das “Hackher-Zentrum” in der Schönaugasse 102a/2 dient der steirischen Gruppe als Raum für Tagungen, Besprechungen, als Materiallager und Sitz für einen neu angemeldeten Verein.
Im September folgte dann das “Khevenhüller-Zentrum” in Linz. Hier wird bekanntgegeben, dass über einen “günstigen Vermieter” der perfekte Ort für “gesellige Veranstaltungen”, Lesekreise und Vorträge gefunden wurde.

Wir haben schnell gemerkt, dass der CasaPound-Vergleich ziemlich hinkt. Denn statt neofaschistischer Selbstverwaltung sind die, von den “Identitären” als Zentren der “Gegenkultur” postulierten Räumlichkeiten, nicht mehr als der peinliche Versuch den alten Buden einen neuen Anstrich zu verpassen.
Je genauer die Häuser der “autonomen PatriotInnen” unter die Lupe genommen werden, desto klarer wird, dass davon nur ein günstiger Mietvertrag beim Burschenschafter von nebenan übrig bleibt.

Unsere Genoss*innen aus Graz und eine Recherche-Plattform aus Oberösterreich haben sich die Räume der “Identitären” in den Bundesländern bereits genauer angeschaut und festgestellt, dass sowohl in Graz, als auch in Linz völkische Burschenschaften unmittelbar in deren Vermietung involviert sind. In Graz ist es der rechtsextreme Burschenschafter Heinrich Sickl als Einzelperson, der das Objekt in der Schönaugasse 102a/2 vermietet[1] und in Linz kommen die “Identitären” bei ihren Kameraden der Arminia Czernowitz, ebenfalls eine rechtsextreme Burschenschaft, unter.[2] Wie es in Österreich üblich ist, ist auch der parlamentarische Rechtsextremismus in Form der FPÖ involviert. So ist zum Beispiel der Grazer Vermieter Sickl führendes Mitglied im Freiheitlichen Akademikerverband (FAV), der immer wieder gerne Identitäre als Referenten einlädt. In Linz wiederum besteht gut ein Viertel der lokalen FPÖ-Fraktion aus Arminen.[3]

Das in Wien kein offizielles Zentrum existiert, könnte daran liegen, dass die Albertgasse 51 schon seit der Gründung der “Identitären” ein Fixpunkt ihrer Infrastruktur ist und deshalb keiner zusätzlichen Aufmerksamkeit bedarf.
Die Liegenschaft ist seit 2013 organisatorischer Ausgangspunkt der Gruppe.
Es werden von dort Infomaterialien und Plakatständer zu den Stammtisch-Locations gebracht und es dient als gemeinsamer Treffpunkt für gesammelte Abfahrten zu Aktionen.
Seit der nächtlichen Spontandemonstration, die dort nach dem misslungenen Aufmarsch der rechtsextremen Gruppe am 11. Juni startete, dürfte das Haus im 8. Bezirk auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sein.

Die Albertgasse 51 dient drei verschiedenen Vereinen als Sitz. Darunter zwei völkische Burschenschaften und der Johannes Schober-Studentenhilfsverein, bzw. ein Wohnheim in welchem mindestens 5 Identitäre wohnen.[4]
Bei den beiden Burschenschaften handelt es sich einerseits um die Jägerschaft Silvania, die zum Beispiel Jörg Haider und einen Südtirol-Terroristen als Mitglieder zählte[5] und andererseits um die Universitäts-Sängerschaft Barden, welcher aktuell mindestens 4 Kader der Identitären angehören.[6]
Ein Blick auf das Schoberheim ist in Bezug auf die Identitären Verbandelungen nicht weniger spannend.
Im ZVR-Auszug des Wohnheims scheint Martin Rieger, ein weiterer Identitärer (hier bei ihrer Demo im letzten Jahr), als Schriftführer des Vereins auf. Über das Kontaktformular der Homepage des Heims, auf der übrigens kein Wort über die dort ansäßigen Burschenschaften zu lesen ist, meldet sich ein gewisser Christoph Haberberger, ebenfalls Identitärer, als Heimleiter zurück.
Der Grundbuch-Auszug des Hauses verrät, dass es seit 1924 im Besitz der Bau- und Wohnungsgenossenschaft Albertgasse ist. Dessen Vorstand besteht aus Dr. Ferdinand Maderthaner, seines Zeichens Ehrenbursche bei den Barden und Dr. Bernd Dietl, Obmann des Johannes Schober-Studentenhilfsvereins.

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Es zeigt sich also wieder einmal mehr als deutlich, dass die Identitären kräftig auf Starthilfe ihrer Kameraden aus dem braun-blauen Sumpf angewiesen sind. Ohne die Unterstützung von rechtsextremen Burschenschaften, welche bekanntermaßen das akademische Rückgrat der FPÖ sind, hätten die Identitären bei weitem nicht das Ausmaß an Infrastruktur, dass ihnen zur Zeit zur Verfügung steht.
Interessant wäre in dieser Hinsicht ein Blick auf das Konto der neofaschistischen Gruppe. Ende des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Identitären in Österreich eine Spende in Höhe von 10.000€ von der rechten Crowd-Founding Initiative Ein Prozent für unser Land erhalten haben. Chef der Initiative ist Philip Stein[7], rechtsextremer Burschenschafter aus Marburg. Die Liste der weiteren Spender aus Kreisen von Burschenschaften und FPÖ dürfte lang sein und das instrumentelle Verhältnis zwischen ihnen und den Identitären stellt sich bei aller ideologischen Differenz im Augenblick als Win-Win-Situation dar. Der Kampf für die Volksgemeinschaft ist ihr kleinster gemeinsamer Nenner. Die einen treten den Kampf im Parlament an und die anderen versuchen es auf der Straße.

Am treffendsten beschreibt es Martin Sellner, Kopf der Identitären, selbst.
In einem Beitrag des rechtsextremen Magazins Aula, vom Dezember des letzten Jahres redet er von der Arbeitsteilung im patriotischen Lager und kommt dabei nicht ohne rassistischen Vergleich aus:

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Aus: AULA 12/2015

[1] https://recherchegraz.noblogs.org/post/2016/10/15/heinrich-sickl/

[2] http://www.dahamist.at/index.php/2016/09/27/arminia-czernowitz-zu-linz/

[3] https://bawekoll.wordpress.com/2013/04/10/die-fpo-czernowitz/

[4] https://recherchewien.nordost.mobi/2015/12/tuerchen-nr-8-identitaere-wohngemeinschaft/

[5] http://www.stopptdierechten.at/2016/07/26/sommerserie-volkische-studentenverbindungen-in-wien-4/

[6] http://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/neues-von-ganz-rechts/archiv/september-2016/identitaere-burschen

[7] https://noeflinz.noblogs.org/rednerinnen/philip-stein/

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Guntramsdorfer aus dem Knast entlassen

Christian Wagner

Christian Wagner (Guntramsdorfer), einer der führenden Köpfe der neonazistischen Austria-Hooligans Unsterblich Wien, ist in den vergangenen Tagen aus dem Knast entlassen worden.
Seit dem Überfall auf das EKH im Oktober 2013 und dem anschließenden Prozess 2014, ist es recht ruhig um die Gruppierung geworden.
Einzelne Mitglieder erregen immer mal wieder aufsehen.

Zum Beispiel als Wahlkampfhelfer für Norbert Hofer oder als Beteiligte an Identitären-Kundgebungen.

christianhofer

Unsterblich-Mitglied Alexander Christian bei Hofer Wahlkampf FPÖ-Alsergrund

(Wenn Alexander Christian nicht grade Wahlkampf für die FPÖ macht, hängt er natürlich am liebsten mit seinen Neonazi-Freunden rum, wie ihr hier und hier sehen könnt.)

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Unsterblich-Mitglieder Mihaly Kocsis (li.) und Andreas Ranits (re.) bei Kundgebung der Identitären im Jänner 2016

Gemeinsame öffentliche Auftritte gab es, anders als bei den Neonazi-Hooligans aus dem Rapid-Umfeld, welche unter Anleitung von André Emmanuel Rauch immer wieder für Schutzdienste bei Demos und Kundgebungen von den Identitären bezahlt werden, allerdings schon länger nicht mehr.
Das mag zum einen daran liegen, dass der Großteil der Unsterblichen mittlerweile Stadionverbot hat, aber mit Sicherheit spielt Guntis Inhaftierung auch eine gewichtige Rolle. Denn Wagners vergangene Haftentlassungen (2006 und 2009) waren für die Neonazis im Umfeld von Unsterblich immer wieder Anlass zur Reorganisierung und Intensivierung ihrer Aktivitäten.
Da dies im Stadion nicht mehr so einfach möglich ist, bleibt abzuwarten ob sie gemeinsam den Weg auf die Straße suchen werden.

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Uni Campus als Neonazis-Treffpunkt

Wie in den vergangenen Jahren, hat die Stiegl Ambulanz auch heuer am Campus der Universität Wien ein Public-Viewing zu einem Fußball-Großereignis veranstaltet. Die Stiegl Ambulanz war dabei immer wieder Treffpunkt für Neonazis, die sich, vor allem bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft, am Campus einfanden. Abgesehen von seiner zentralen Lage, dürften sich die rechtsextremen vor allem wegen des Lokals am Campus wohl fühlen. Denn der Betreiber der Stiegl Ambulanz, Heinz Pollischansky, ist ebenfalls Gründer und Inhaber der Centimeter-Kette, deren Lokale immer wieder beliebte Treffpunkte für die neofaschistischen Identitären sind. Vor einigen Jahren ist das Campuslokal bereits aufgefallen, als deren Geschäftsführerin ankündigte keine Zigeuner bedienen zu wollen. (DerStandard berichtete)
Zur heurigen Fußball-EM fand eine besondere Persönlichkeit ihren Weg in die Ambulanz. Gottfried Küssel, der 2011 als Hauptverantwortlicher für die neonazistische Homepage und dem dazugehörigen Forum Alpen-Donau zu 7 1/2 Jahren unbedingter Haftstrafe wegen Wiederbetätigung verurteilt wurde, traf sich am 12.6. am Campus mit seinem Gefolge zum gemütlichen Public-Viewing.
Eigentlich sollte er planmäßig Anfang 2018 aus dem Knast kommen. Nachdem er berichten zufolge bereits vor einigen Wochen in einem Kaffeehaus in Wien gesehen worden sei, gibt es nun keinen Zweifel mehr daran, dass Küssel bereits 1,5 Jahre vor dem eigentlichen Ende seiner Haftstrafe zumindest das Privileg von Freigängen zugesprochen bekommen hat oder sogar, nach verbüßen von 2/3 der Strafe, wieder auf freiem Fuß ist. Die Bilder zeigen Küssel mit einschlägigen Kameraden, wie dem Neonazi Paul Blang und dem Burschenschafter+Identitären-Aktivist Thomas Kalcher-Cibulka.

Public Viewing2

Gottfried Küssel (2. v.l.) und Paul Blang (4. v.l.)

Public Viewing3

Thomas Kalcher-Cibulka (1. v.r.) und Paul Blang (2. v.r.)

thomas demo2015

Thomas Kalcher-Cibulka bei der Identitären-Demo im Juni 2015

*UPDATE*: Um Distanzierungsversuchen, Thomas Kalcher-Cibulka hätte nichts mit den Identitären am Hut, entgegenzuwirken, hier ein Twitter-Posting von Martin Sellner an Thomas Frau Antonella Kalcher-Cibulka:

martinantonella

Das Mitglieder der Identitären sich wieder einmal in der Öffentlichkeit, nicht nur mit irgendwelchen Neonazis, sondern mit einer Schlüsselfigur der deutschsprachigen Neonazi-Szene der letzten 30 Jahre präsentieren, zieht ihre halbherzigen Distanzierungsversuche zur Szene wiederholt in Zweifel. Vor einigen Jahren marschierte Martin Sellner (Obmann der Identitären) selbst noch hinter Küssel und Paul Blang, nun sind es Mitglieder seiner neuen Gruppierung.

Nowotny Gedenken

Paul Blang (links) und Martin Sellner (mitte), wenige Meter hinter Gottfried Küssel beim Nowotny-Gedenken 2009

Weitere Rechtsextreme bei der Stiegl Ambulanz waren heuer vor allem Teile des Unsterblich Wien Umfelds, die allerdings ohne Küssel auskommen mussten:

Tisch

von links nach rechts: Paul Blang, Wolfgang Lechner, Felix Budin, Thomas Kalcher-Cibulka

ChristianStiegl

Alexander Christian

BernhardStiegl

Bernhard Kirsch

AndiStiegl

Andreas Ranits

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Outing-Broschüre veröffentlicht!

Die erste Ausgabe des Broschüren-Projekts der Recherche Wien ist vor kurzem veröffentlicht worden! Nachdem wir uns bereits seit knapp 2 Jahren intensiv mit der rechtsextremen Szene in Österreich beschäftigen und unsere Erkenntnisse seit Dezember 2014 über einen Blog (recherchewien.nordost.mobi) mit euch teilen, haben wir uns nun dazu entschlossen die relevantesten außerparlamentarischen Gruppen der extremen Rechten in Österreich, sowie ihre ProtagonistInnen, in Print- und Onlinebroschüren zu porträtieren.
Ziel der Broschüre ist es, einerseits die Ideologie anti-emanzipatorischer Gruppen offenzulegen und gleichzeitig, durch Outings und Veröffentlichung von Infrastrukturen, konkrete Ansatzpunkte zu ihrer aktiven Bekämpfung zu bieten.
In unserer ersten Ausgabe widmen wir uns der derzeit aktivsten rechtsextremen Gruppe: den Identitären.
Einleitend könnt ihr auf den nächsten Seiten einen analytischen Beitrag der autonomen antifa [w] lesen, welcher in selber Form in der diesjährigen Frühjahrsausgabe des Antifaschistischen Infoblatts erschienen ist.
Für die Ungeduldigen unter euch, die den lesenswerten Beitrag erst einmal überspringen wollen, geht es auf Seite 14 mit den Bildern und Namen der wichtigsten AkteurInnen der Identitären in Österreich los.
Wir haben versucht die Kader der Identitären aus allen Bundesländern, die uns mit Klarnamen bekannt sind abzubilden. Personen die sich in deren Umfeld bewegen, haben wir aus Platzgründen ausgespart, auf unserem Blog findet ihr viele weitere Gesichter und Namen.
Bedanken möchten wir uns noch bei der Recherche Graz, die uns geholfen hat im österreichischen Hinterland den Überblick zu behalten.
Dies ist wie gesagt die erste Auflage der ersten Ausgabe unseres Projekts. Wir planen weitere Ausgaben mit anderen Gruppen- und Themenschwerpunkten, allerdings ist unklar in welchem zeitlichen Rahmen sich deren Veröffentlichung bewegen wird.

Viel Spaß beim Blättern!

(hier gibts den Download [leider in schlechter Qualität, wenn ihr bessere braucht -> Mail])

*Begriffe wie ProtagonistInnen und AkteurInnen sind in diesem Beitrag nur mit Binnen-I gegendert um das reaktionäre Weltbild von Gruppen wie den Identitären aufzuzeigen, welches lediglich ein binäres Geschlechtermodell zulässt und Menschen in Mann und Frau einteilt.

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